Der falsche und der richtige Weg, neue #Vereinsmitglieder zu gewinnen

Die Werbetrommel zu rühren und viele Besucher bei einem „Tag der offenen Tür“ in den Verein zu locken, ist eine Sache. Diese Besucher zu zahlenden Mitgliedern zu machen, sie für das eigene Vereinsleben zu gewinnen und dann dauerhaft an den Verein zu binden, eine völlig andere…und ungleich komplizierter.

 Mitglieder sind der wichtigste Bestandteil eines Vereins. Für viele Vereine sind sie sogar, bezogen auf die Mitgliedsbeiträge, existenziell.

Ein Verein ist eine lebendige Organisation. Gesellschaftliche Aspekte werden ganz hoch angesetzt. Als Verein muss man also wissen, welche Gedanken im Kopf eines potenziellen Mitglieds vor sich gehen, bis es überhaupt Mitglied Ihres Vereins wird.

Aus der Kommunikationswissenschaft kennen wir ein Modell mit drei Säulen, welches sich prima auf Vereins- und vor allem Mitgliederwerbung übertragen lässt:

1)     Bekanntheit
2)     Image
3)     Mitgliedschaft / Konsum 

Die Reihenfolge ist dabei sehr wichtig. Bevor man sein Image aufbauen und festigen kann, muss die Bekanntheit gewährleistet sein. Erst danach erfolgt der „Konsum“ – die Anmeldung als festes Mitglied des Vereins.

Selbstverständlich sind unsere Tipps nicht vollständig, aber vielleicht eine kleine Hilfe.

Das richtige Umfeld!

Ein Verein, der Rückengymnastik anbietet und dessen jüngstes Mitglied gerade 53 wird, wird niemals Jugendliche für sich begeistern können. Ein moderner StreetDance Tanzverein wird nie eine Folklore Liebhaberin in Rente für sich gewinnen können…

..es sei denn…

das Umfeld stimmt!

Es gibt durchaus „ältere Herrschaften“, die den „jungen Hüpfern“ beim Hip Hop Tanzen die Show stehlen… genauso gibt es Rückengymnastik für die von Verspannung geplagten Schüler und Studenten.

Alles eine Sache der richtigen Werbung.

 

Wichtig dabei ist:

Die Menschen wollen durch den Verein an die Hand genommen werden. Sie wollen positiv beeinflusst und (durch den Sport) fit, gesund, schlank und „sonstiges“ werden…
..allerdings will sich niemand im Kern komplett ändern lassen.

Also muss man als Verein sich auf die Mitglieder einstellen..und eben nicht andersherum!

Erst wenn dieses komplizierte Spiel aus „Aufeinander eingehen“ vs. „positiv beeinflussen“ perfekt ist, können wir die Mitglieder an den Verein binden.

 

Schritt 1: Bekanntheit

Jemand, der den Verein nicht kennt, wird auch kein Mitglied. Er/Sie muss erst einmal auf die tollen Möglichkeiten und Vorteile aufmerksam gemacht werden, die der Verein den Mitgliedern bietet.

Am erfolgsversprechendsten ist erfahrungsgemäß immer das Empfehlungsmarketing.

Bestehende Mitglieder werben im Freundes- und Bekanntenkreis.

Auf Empfehlung von Freunden legen Menschen besonderen Wert, dicht gefolgt von Tipps und Anregungen von Familienmitgliedern, Kollegen und Nachbarn.

Geschickt eingesetzte Prämien für Mitgliederwerbung können darüber hinaus nicht nur neue „Kunden“ überzeugen, sondern binden auch Bestandsmitglieder enger an den Verein. Tolle Events, wie zum Beispiel ein Tag der offenen Tür, eine Sommer- und/oder Weihnachtsfeier, die nicht nur für Interne ausgetragen wird, eine Trainingseinheit auf dem örtlichen Marktplatz, … es gibt viele Wege Präsenz zu zeigen. Viele bleiben ungenutzt. Ein guter Draht zur Medienwelt ist dabei das A und O. Das persönliche Vorstellen bei einem Redakteur der Lokalzeitung und das Einladen von Reportern zum Training hilft dabei, „im Gespräch“ zu bleiben. Ein Stichwort, was dabei nicht ausser Acht gelassen werden sollte ist

Attraktivität.

Nur wenn „man“ attraktiv ist und sich von der Menge abhebt, wird man für die Menschen interessant. Spezielle Angebote und Aktivitäten erhöhen die Bekanntheit.

 

Schritt 2: Image

Image hat immer auch etwas mit Psychologie zu tun. Jeder Mensch hat seine eigenen Präferenzen, bestimmte Vorlieben und seine individuelle Meinung. Nutella oder Nusspli? Milka Schokolade oder Rittersport? Coca Cola oder Pespi??

Das Image ist entscheident. Gerade, wenn eine direkte Konkurrenz existiert, müssen wir uns durch unser Image vom Wettbewerb abheben. Es spielt dabei eine wichtige Rolle, ob und wie sich eine Person für den eigenen Verein entscheidet, oder eben für einen anderen.

Image ist allerdings lenkbar.

Soziale Aspekte sind bei der Imagebildung eine große Hilfe. Was tut der Verein gutes…

..für die Stadt…
..für die Einwohner (potentielle Mitglieder)…
..für die Umwelt??

Alles, was zu einem guten Image führen kann, sollte bedacht werden.

Auch, welche Attribute das Image ausmachen sollen. Was ist für den Verein wichtig?

Taditition, Professionalität, Spaß, Gemeinschaft, Soziales…

 

Schritt 3: Mitgliedschaft

Hat sich eine Person nun für den eigenen Verein entschieden, ist das Ziel erreicht. Herzlich Willkommen! Die ganze Arbeit bis hierhin wäre allerdings umsonst, wenn sich nun die Erwartungen des neuen Mitglieds nicht erfüllen!

Um im Gegenzug eine gewisse Loyalität zu erhalten, muss man auch etwas für seine Mitglieder tun. Die internen Vereinsstrukturen sollten da auf jeden Fall stimmen.

Hat der Verein etwas versprochen, das er nicht halten kann, wirkt sich das schon bald negativ aus. Dann verliert man nicht nur das neue Mitglied, sondern im schlimmsten Falle noch ein paar Stammmitglieder dazu.

 

 Mitgliederwerbung als Thema für den Arbeitskreis

Ein erfolgreicher Weg der richtigen Mitgliederwerbung ist ein Arbeitskreis für Mitgliederwerbung einzuberufen! Einbezogene Mitglieder sollen dabei Vorschläge für den Vorstand entwickeln, wie der Verein für noch abseits stehende Personen der nahen Umgebung attraktiver gemacht werden kann. Das bringt nicht nur viele kreative Ideen, sondern zeigt bestehenden Mitgliedern, dass sie DEM und FÜR DEN Verein wichtig sind.

Eine Idee:
Der Verein organisiert eine Tages-Klassenfahrt für Schulen aus der Umgebung. Er bietet Projekte und Schnupperkurse an. In den Sommerferien organisiert er ein „Zeltlager“ auf seiner Anlage oder eine „Mattenparty“ mit Übernachtung in der Halle.

 Eine weitere Idee:
Der Verein startet die Aktion „Mitglieder werben Mitglieder“.
Ein erfolgreicher Werber bekommt einen Teil seines Jahresbeitrags gut geschrieben, der auf das geworbene Mitglied entfällt. Voraussetzung ist, dass der Neuzugang eine bestimmte Mindeslaufzeit im Verein bleibt und den Beitrag auch pünktlich zahlt.

Oder:

Für ein neues Mitglied wird ein Monatsbeitrag erstattet. Wer zwei neue Mitglieder wirbt, bekommt zwei neue Monatsbeiträge zurück. Die Werber nehmen automatisch an einer Verlosung mit attraktiven Preisen teil. Die neuen Vereinsmitglieder zahlen keine Aufnahmegebühren.

Eine weitere Idee:

Das „Begrüßungspaket“

Erstellen Sie ein „Begrüßungspaket“ für Neu-Mitglieder.

Dieses sollte enthalten:

  • –          die Vereinssatzung,
  • –          Info über den Verein, seine Geschichte, seine besonderen sportlichen Schwerpunkte und sein gesellschaftliches Engagement,
  • –          die aktuelle Jahresplanung mit wichtigen Vereinsterminen,
  • –          Öffnungszeiten des Vereins und Trainingszeiten,
  • –          Ankündigung von Festen und geselligen Veranstaltungen,
  • –          Ansprechpartner mit Kontakt und Foto für die verschiedenen Bereiche bzw. sportlichen Disziplinen im Verein,
  • –          eine kurze Zusammenfassung über die wichtigsten Regelungen (Hausordnung?, Sicherheitsbestimmungen, Vereinsregeln)

Es kann außerdem hilfreich sein, jedem Mitglied ein aktives Vereinsmitglied als „Paten“ zuzuteilen. Er kann als persönlicher Ansprechpartner fungieren und steht für sämtliche Fragen zur Verfügung, die das Neumitglied hat.

Sollten viele Neu-Mitglieder auf einmal beitreten (z.B. nach einem Tag der offenen Tür) dann hat sich beispielsweise ein Treffen aller Neu-Mitglieder bewährt, um offene Fragen zu klären und sich gegenseitig kennenzulernen.

Neu-Mitglieder sollten vorgestellt werden. Gleiches gelingt auch durch besondere Aktionen oder eine Präsentation auf der Homepage des Vereins.

Bei vorhandener Vereinszeitung kann dies alles miteinander verbunden werden.

 

 Weitere Tipps zur vereinswerbung und Mitgliedergewinnung in unserem Blog! 😉

 Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Vereinsarbeit!

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